Einfach ins Reisebüro?

Unser letzter Urlaub stand an und aus den Erfahrungen der letzten Male ergaben sich gewisse Vorgaben und Wünsche, die einzuhalten waren. Kurze Anreise, Meer oder Berge, nicht ganz im Nirgendwo aber auch nicht in der Großstadt. Tja, da kommt hier im Rheinland eigentlich meist nur Nordsee, Niederlande oder Belgien in Frage, wenn man nicht einfach nur in die Eifel möchte.

Wenn dann eine grobe Entscheidung zum Thema Urlaubsland getroffen ist, kommen die kleinen, fiesen Details hinzu, über die auch entschieden werden muss. Das dann meist zu einem ungünstigen Zeitpunkt, da wir uns als arbeitendes Paar ja oft nur die Klinke in die Hand geben oder andere Dinge anstehen, das heißt wir schoben es auf. Diese Details, wie Ort, Auto oder Bahn, Wohnung oder  Hotel etc. treiben uns beide in den Wahnsinn. Selbst als wir uns dann für eine Wohnung über Airbnb entschlossen hatten, war es mir zuviel, den Gastgeber vorher nochmals zu kontaktieren. Zu guter Letzt habe ich mich dann abends mal durchgerungen und letztlich war es auch eine gute Wahl. Wir hatten eine tolle Wohnung mit tollem Blick aufs Meer. Den Ausblick hatte ich dann aber auch nötig, nachdem mir die Urlaubsplanung die letzte Energie geraubt hatte.

Vlissingen Schiff Kuno freut sich über Schiff

Früher bin ich mit meinen Eltern zum Ebertplatz in Köln gefahren und dort gab es ein riesiges Reisebüro. Dort gab es nahezu lebensgroße Steifftiere. Ich kann mich noch genau an die wahnsinnig große Giraffe erinnern. Ich bestaunte die Tiere und vielen Kataloge und meine Eltern buchten in der Zwischenzeit eine Fernreise mit Flügen, der ersten Hotelnacht, dem Mietwagen, der Anreise zum Frankfurter Flughafen. Sie bekamen die Infos, an was sie denken mussten und dann wurde sich um nichts mehr gekümmert. Lediglich einmal zur Bank und Geld umtauschen, Reiseführer kaufen und ein paar Traveller Checks besorgen. Fertig.

 

Tisch und Teppich Kuno liest Broschüre Kuno im Sonnenuntergang

Heute durchforste ich Forenarchive, lese Bewertungen, schaue Bilder an, bis ich soviel Zeit investiert habe, dass ich umgerechnet in Lohn, dafür dreimal ins Reisebüro gehen könnte und nicht in einem überteuerten Zimmer in einer Pariser WG nächtigen muss.

Jetzt muss ich aber auch zugeben, dass ich gerade eigentlich zwei Jobs gleichzeitig mache und dazu momentan nicht sonderlich engagiert an eine Urlaubsplanung herangehe. Das ist bei mir mittlerweile so wie beim Klamottenkauf. Ich trau mich nicht mehr in große Geschäfte, egal ob billig oder teuer. Es gibt einfach zuviel Angebot. Auch bei Onlineshops. Wer hat denn Lust sich bei der Kategorie Strickpullover durch 4697 Artikel zu scrollen? So ist es beim Urlaub auch – es gibt eine solch große Auswahl und soviel Zusatzinformationen, durch die ich mich klicken und lesen kann, dass ich schlicht überfordert bin. Ich kann mich ab einem gewissen Punkt nicht mehr entscheiden und stelle alles mögliche in Frage.

Kuno im blauen Schlafzimmer Wohnzimmer/Schlafzimmer Kuno zieht an Lichtschalter

Zum Glück habe ich eine sehr gute Freundin, die wahnsinnig gerne reist und die sich in einer für mich unvorstellbaren Art und Weise durch den Angebotsurwald kämpft. Nach kürzester Zeit kommt sie mit einer erlesenen Auswahl an Flügen und Unterkünften um die Ecke, wie man es sich nur wünschen kann. Aber auch wir haben uns bei unserem diesjährigen verlängerten Wochenende geschlagen gegeben und haben einfach ein Hotel gebucht, was vielleicht nicht ganz so persönlich wie eine private Unterkunft, aber wir müssen dafür auch keine Katze füttern, die Wohnung vorher und nachher putzen, sondern können einfach ein paar nette Tage miteinander verbringen und es kostet auch noch genauso viel.

Ich will damit nicht sagen, dass das, was es auf dem Onlinemarkt gibt nicht toll ist. Ganz und gar nicht. Ich habe nur für mich persönlich festgestellt, dass ich mir mal wieder gerne die lebensgroße Giraffe anschauen würde und in nur 2 Stunden das Thema Urlaub abhacken kann. Nur leider gibt es die Giraffe nicht mehr.

 

Kuno und Hase



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